Nina Nink
Praxis für Ergotherapie

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Dyskalkulietraining

Die Rechenstörung ist ebenso wie die Legasthenie ein international anerkanntes Störungsbild, das im WHO-Klassifikationskatalog für Krankheiten und Gesundheitsstörungen (ICD 10, F81.2) wie folgt definiert ist:

Die Rechenstörung beinhaltet eine umschriebene Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine eindeutig unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie und Differential- sowie Integralberechnung benötigt werden.

Das Erscheinungsbild einer Dyskalkulie (Rechenstörung) kann sehr unterschiedlich sein. Die folgenden Auffälligkeiten sind relativ häufig:

  • Es können auch kleine Mengen nicht sofort erkannt werden
  • Zahlwort (drei) - Ziffer (3) - Menge (* * *) können nicht zueinander in Beziehung gesetzt werden
  • Begriffe wie mehr/weniger, dazu/weg, größer/kleiner sind unklar
  • Zehner und Einer werden vertauscht
  • Die Abfolge von Wochentagen und Monaten wird durcheinandergebracht
  • Größere Zahlen werden in gesprochener Reihenfolge geschrieben, z. B. dreitausendvierhundertsechsundzwanzig - 3000400620
  • Zahlen können nicht flüssig vorwärts oder rückwärts aufgesagt werden
  • Große Schwierigkeiten zeigen sich vor allem bei Zehner- und Hunderterübergängen
  • Nachbarzahlen und Vergleiche mit "<" ">"= sind ein Problem
  • Das Stellenwertsystem und die Bündelung der Einer, Zehner, Hunderter wird nicht verstanden
  • Das Kind löst sich nicht vom Fingerrechnen. Es klammert sich an konkrete Zählhilfen (Stifte, Steine, usw.). Es verrechnet sich häufig um 1
  • Platzhalter und Umkehraufgaben werden nicht verstanden
  • Die Rechenstörung tritt fast immer schon im Zahlenraum von 1 - 20 auf.
  • Die Kinder haben große Schwierigkeiten, zu abstrahieren, sich Zahlen vorzustellen
  • Die Rechenoperationen werden oft verwechselt, als Begriff und als Handlung nicht verstanden
  • Das Ergebnis kann nicht als richtig oder falsch eingeschätzt werden
  • In Textaufgaben wird die Situation nicht erfasst und mit den Zahlen willkürlich gerechnet
  • Mit Größen, wie Geld, Zeit, Längen und Gewichten kann nicht umgegangen werden.

Eine Dyskalkulie kann vermutet werden, wenn solche Symptome eine längere Zeit ohne Besserung auftreten.
Ebenso wie bei einer vorliegenden Legasthenie, führen die Misserfolge zu einem enormen Druck auf das Kind und es kann zu seelischen und psychosomatischen Störungen und Verhaltensauffälligkeiten kommen.

Innerhalb des Dyskalkulietrainings werden somit die betroffenden Bereiche gefördert und zusätzlich eine Steigerung des Selbstwertgefühls, wie auch Erfolgserlebnisse angestrebt.